Dass mit der Wohlstandsverteilung in Deutschland etwas falsch läuft, ist mittlerweile Mehrheitsmeinung: Wie die taz jüngst berichtete, sprechen sich in einer aktuellen repräsentativen Umfrage über 60% der Befragten für eine Vermögensteuer und eine höhere Besteuerung großer Erbschaften aus.
Die Verteilungsgerechtigkeit stand auch im Zentrum des Attac-Standes beim DGB-Fest am 1. Mai am Johannes-Rau-Platz. Das Fest ist alljährlich ein Treffpunkt für viele Menschen und eine gute Gelegenheit für Gespräche und Austausch. Auch in diesem Jahr spielte das Wetter mit und spendierte schönsten Sonnenschein, wenngleich der Wind den Aufbau der Infostände vor ein paar Herausforderungen stellte.
Was gab es am Stand zu sehen und zu erleben? Neben Informationen zur Vermögensverteilung hatte Attac Düsseldorf einige Mitmach-Aktionen vorbereitet. Besucher*innen konnten ihre persönlichen Gründe aufschreiben, warum sie für eine stärkere Besteuerung von Überreichen sind. Außerdem konnten sie ihr Glück an der Erben-Lotterie versuchen: Beim Glücksrad waren Hauptgewinne äußerst unwahrscheinlich – zu gering ist die Chance auf eine steuerfreie Millionen-Erbschaft. Den meisten blieb daher nur die Taschentücher-Box, um ihre Enttäuschungstränen über die ausbleibende Erbschaft zu trocknen. Beliebt war das Glücksrad trotzdem bei den jüngsten Besucherinnen und Besuchern, die immerhin mit einem Schokoladen-Euro nach Hause gehen konnten. Abgerundet wurde das Angebot am Stand zum Thema Verteilungsgerechtigkeit und Steuern durch einen Kuchen, der die Vermögensverhältnisse in Deutschland abbildet und zeigt, wer wie viel vom Kuchen abbekommt. Zum Mitnehmen gab es Bierdeckel mit Motiven zur Vermögensverteilung.
Hintergrund: In Deutschland besitzt das reichste Prozent der Bevölkerung rund ein Drittel des gesamten Vermögens. Die ärmere Hälfte der Bevölkerung besitzt zusammen nicht einmal zwei Prozent. Seit Jahrzehnten werden Kapitaleinkommen immer weniger und Arbeitseinkommen sowie der Verbrauch immer stärker besteuert. Dadurch zahlen Überreiche im Verhältnis weit weniger Steuern als Normalverdienende. Attac kritisiert, dass extrem große Vermögen in Deutschland weiterhin kaum besteuert werden, während gleichzeitig bei den sozialen Leistungen gekürzt wird.
Am 1. Mai war Attac in Düsseldorf präsent, hat informiert, komplexe wirtschaftliche Zusammenhänge in die Öffentlichkeit gebracht und Forderungen nach einem stärkeren Beteiligung von Überreichen an der staatlichen Finanzierung der Gemeinwohl-Aufgaben Nachdruck verliehen. Der Austausch und die Gespräche mit Besuchenden des DGB-Festes haben den Attac-Aktiven viel Spaß gemacht.






